Zeitreise ins 4. Jahrhundert oder was?

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Zeitreise ins 4. Jahrhundert oder was?

Jörg Frings-Fürst
Hallo,

ich frage mal direkt:

Ist OSM jetzt so etwas wie Wikipedia?

Oder soll OSM eine GeoDatenBank sein/werden/bleiben?


Ich habe mir heute mal meine Grenzextrakte angeschaut und bei einigen
Probleme festgestellt.

Dabei ist mir in Island der folgende Änderungsdatensatz aufgefallen:

[Zitat]
name localizations from wikipedia for ~70 countries without name:got [1]
[/Zitat]


got als Sprache war mir unbekannt, also nachgeschaut und festgestellt
das gotisch damit gemeint ist.

Damit das folgende nicht falsch verstanden wird:
[Ironie]
Ist es jetzt geplant OSM zu den Goten ins 4. Jh. zu transferieren?
[/Ironie]

Nichts desto trotz drängen sich hier einige Fragen auf:

- kannten die Goten Island überhaupt?
- Warum wird eine tote Sprache erfasst?


Aber vielleicht sollte ich mal etwas weiter ausholen.

Ich bin jetzt ja schon ein paar Tage dabei. Ich kann mich an einige
Diskussionen in meiner Anfangszeit erinnern. Unter anderem ging es in
einer darum zusätzliche Daten für einen Heimatverein zu erfassen. Wenn
ich mich richtig erinnere sollten damals diese Daten extern gespeichert
werden.

Genau der Gegensatz dazu war die kürzliche Diskussion über die Angabe ob
zum Zeitpunkt x in einem POI laktosefreie Lebensmittel angeboten wurden.
Diese Angaben wurden eingetragen.



Also aus meiner Sicht ergeben sich folgende Probleme:

- OSM wird immer mehr zu einem Ableger von Wikipedia.
- Der Bezug zu GeoDaten tritt immer weiter in den Hintergrund
- Die Datenbank wächst immer schneller und wird bald für ext.
Anwendungen über Updates nicht mehr zu verarbeiten sein.
- Der durch nicht erforderliche Daten verursachte Traffic steigt.


Ich könnte mir dazu einige Lösungsansätze vorstellen:

- Festlegung welche Daten überhaupt erfasst werden
- Trennung zwischen GeoDaten und zusätzlichen Daten und Vorhaltung in
getrennten Datenbanken.
- effizientere Datenstrukturen


Oder vielleicht doch den anderen Weg:
[Ironie]
- Öffnung von OSM in Richtung Weltwissensdatenbank, Zusammenschluss von
OSM, Wikipedia, NSA und GCHQ um die zu erreichen. ;-(
[/Ironie]


Das waren jetzt meine Gedanken und Vorschläge. Vielleicht seht Ihr das
ja anders und / oder habt andere Vorschläge.


Dies lässt sich ja nicht bis morgen umsetzten, wir sollten uns jedoch
schon Gedanken über die Zukunft von OSM machen. Wobei ich denke je eher
damit begonnen wird desto besser.



CU

Jörg



[1] http://www.openstreetmap.org/changeset/17255604

--
Jörg Frings-Fürst
OSM privat
D-54526 Landscheid
GPG Fingerprint: 13E3 4D4A 3228 D138 8511 EA5A 08AC AF02 3C6D 750A
Full GPG key: hkp://pool.sks-keyservers.net
CAcert Serialnr.: 0D:9A:23
SHA1-Fingerprint: CA:36:4D:44:D1:71:4A:78:C8:6C:C2:CC:94:F3:6E:42:38:BA:CE:4E
http://cacert.org




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Re: Zeitreise ins 4. Jahrhundert oder was?

RainerU-2
Am 16.12.2013 14:40, schrieb Jörg Frings-Fürst:
> Genau der Gegensatz dazu war die kürzliche Diskussion über die Angabe ob
> zum Zeitpunkt x in einem POI laktosefreie Lebensmittel angeboten wurden.
> Diese Angaben wurden eingetragen.

Das ist ja noch harmlos. Es soll sogar mal einer einen Holzstapel und die
Kennzeichen an seinen privaten Parkplätzen gemappt haben...


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Re: Zeitreise ins 4. Jahrhundert oder was?

Jörg Frings-Fürst

On Mo, 2013-12-16 at 14:57 +0100, rainerU wrote:
> Am 16.12.2013 14:40, schrieb Jörg Frings-Fürst:
>
[...]

> Das ist ja noch harmlos. Es soll sogar mal einer einen Holzstapel und die
> Kennzeichen an seinen privaten Parkplätzen gemappt haben...
>
Klar.. Und demnächst alle Randsteine.. Je mehr ich darüber nachdenke
desto mehr gefällt mir das ;-)

CU Jörg



--
Jörg Frings-Fürst
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Full GPG key: hkp://pool.sks-keyservers.net
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SHA1-Fingerprint:
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Re: Zeitreise ins 4. Jahrhundert oder was?

Chris66
In reply to this post by Jörg Frings-Fürst
Am 16.12.2013 14:40, schrieb Jörg Frings-Fürst:

> - OSM wird immer mehr zu einem Ableger von Wikipedia.

Sehe ich nicht so.

> - Der Bezug zu GeoDaten tritt immer weiter in den Hintergrund

Wie hoch ist der Anteil von nicht-Geo-Daten in OSM, gibt es
da Untersuchungen? Ich wette, er ist weit kleiner als 10%.

> - Die Datenbank wächst immer schneller und wird bald für ext.
> Anwendungen über Updates nicht mehr zu verarbeiten sein.

Die gute alte Relevanzdiskussion (Was soll in die OSM-DB rein
und was nicht).

Bei Wikipedia gibt's das ja schon, es wird immer schwieriger
für Anfänger was neues (in entsprechender Relevanzhöhe)
einzutragen. Mit dem Ergebnis, dass es immer weniger
Wikipedia-Autoren gibt.

Solange die Tools/Kompressionstechniken/Speicherausstattung
ähnlich schnell wachsen ist noch alles im grünen Bereich bei OSM.

Beispiel Kartenerstellung: Für meine selbsterstellten
Garminkarten benötigt es heute im wesentlichen den gleichen
Zeitaufwand wie vor 3 Jahren, ganz einfach weil die Tools und
meine Rechner besser geworden sind.

Chris




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Re: Zeitreise ins 4. Jahrhundert oder was?

Florian Lohoff-2
On Mon, Dec 16, 2013 at 03:33:36PM +0100, chris66 wrote:

> Am 16.12.2013 14:40, schrieb Jörg Frings-Fürst:
>
> > - OSM wird immer mehr zu einem Ableger von Wikipedia.
>
> Sehe ich nicht so.
>
> > - Der Bezug zu GeoDaten tritt immer weiter in den Hintergrund
>
> Wie hoch ist der Anteil von nicht-Geo-Daten in OSM, gibt es
> da Untersuchungen? Ich wette, er ist weit kleiner als 10%.
 >90%

Fuer lat/lon auf einem node brauche ich nichtmal 14 Zeichen.

Sobald da ein name=Fusselfrei drauf ist hat der node mehr nicht
geodaten :)

Flo
--
Florian Lohoff                                                 [hidden email]

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Re: Zeitreise ins 4. Jahrhundert oder was?

malenki
In reply to this post by Chris66
chris66 schrieb:

>Beispiel Kartenerstellung: Für meine selbsterstellten
>Garminkarten benötigt es heute im wesentlichen den gleichen
>Zeitaufwand wie vor 3 Jahren, ganz einfach weil die Tools und
>meine Rechner besser geworden sind.

Wären dir der Datenstand von vor drei Jahren lieber als der heutige?
Falls nicht, kannst du landuse= und anderes Zeug vorm Rendern
ausfiltern.



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Re: Zeitreise ins 4. Jahrhundert oder was?

Kolossos-2
In reply to this post by Jörg Frings-Fürst
Hallo,
ich muss mich wohl als den Goten outen, der das eingetragen hat.

Die Mehrsprachigkeit hat wohl schon was mit OSM zu tuen, schließlich
profitiert davon auch Nominatim, wenn man einen Ort in seiner Sprache
findet. Wenn man das für große Sprachen erstmal akzeptiert hat, ist es
halt schwer zu sagen ab wann eine Sprache erstmal nicht mehr groß genug
sein soll.

Der Import umfaßte alle Länder und Hauptstädte, da reißte es mich
einfach zu sehr auf diesem globalen Level auch exotischere Sprachen
sichtbar zu machen. Es sollte Leuten zeigen, dass OSM ihre Sprache
unterstützt und sie damit motivieren Orte in ihrer Region wo diese
Sprache relevant ist einzutragen. Schau dir mal an wie wenige Sprecher
es z.B. für Ober- bzw. Untersorbisch bezogen auf die Weltbewölkerung
gibt, trotzdem sind in Orten wie Bautzen diese Sprachen so relevant dass
alle Sprachenschilder doppelt existieren.

Daneben sollte der Import auch dazu dienen, dass man die Leserlichkeit
des Renderers mal für alles Sprachen testen kann. Teilweise ist das
eeher eine Katastrophe (Thai, Koreanisch). Wenn OSM in solchen Regionen
dann nicht wächst, ist dann kein Wunder.

Nun zum Gotischen: Da bin ich ggf. etwas übers Ziel hinaus geschossen.
Wobei so Tod kann eine Sprachen nicht sein, wenn in dieser Sprache Leute
eine komplette Wikipedia schreiben.
Gotisch war die einzigste der 280 Sprachen bei derren Import es komische
Fehler gab. Da bin ich aber noch nicht drauf gekommen, woher das kam.

Um technisch die Übersichtlichkeit in diesen Fällen zu verbessern
sollten Editoren aus meiner Sicht Parameter bei dem ":" im Key
einzuklappen. Es gibt aber auch andere Parameter als den Name-Tag für
die das sinnvoll sein könnte, z.B. die TMC-Daten.

Grüße Tim alias Kolossos


Am 16.12.2013 14:40, schrieb Jörg Frings-Fürst:

> Hallo,
>
> ich frage mal direkt:
>
> Ist OSM jetzt so etwas wie Wikipedia?
>
> Oder soll OSM eine GeoDatenBank sein/werden/bleiben?
>
>
> Ich habe mir heute mal meine Grenzextrakte angeschaut und bei einigen
> Probleme festgestellt.
>
> Dabei ist mir in Island der folgende Änderungsdatensatz aufgefallen:
>
> [Zitat]
> name localizations from wikipedia for ~70 countries without name:got [1]
> [/Zitat]
>
>
> got als Sprache war mir unbekannt, also nachgeschaut und festgestellt
> das gotisch damit gemeint ist.
>
> Damit das folgende nicht falsch verstanden wird:
> [Ironie]
> Ist es jetzt geplant OSM zu den Goten ins 4. Jh. zu transferieren?
> [/Ironie]
>
> Nichts desto trotz drängen sich hier einige Fragen auf:
>
> - kannten die Goten Island überhaupt?
> - Warum wird eine tote Sprache erfasst?
>
>
> Aber vielleicht sollte ich mal etwas weiter ausholen.
>
> Ich bin jetzt ja schon ein paar Tage dabei. Ich kann mich an einige
> Diskussionen in meiner Anfangszeit erinnern. Unter anderem ging es in
> einer darum zusätzliche Daten für einen Heimatverein zu erfassen. Wenn
> ich mich richtig erinnere sollten damals diese Daten extern gespeichert
> werden.
>
> Genau der Gegensatz dazu war die kürzliche Diskussion über die Angabe ob
> zum Zeitpunkt x in einem POI laktosefreie Lebensmittel angeboten wurden.
> Diese Angaben wurden eingetragen.
>
>
>
> Also aus meiner Sicht ergeben sich folgende Probleme:
>
> - OSM wird immer mehr zu einem Ableger von Wikipedia.
> - Der Bezug zu GeoDaten tritt immer weiter in den Hintergrund
> - Die Datenbank wächst immer schneller und wird bald für ext.
> Anwendungen über Updates nicht mehr zu verarbeiten sein.
> - Der durch nicht erforderliche Daten verursachte Traffic steigt.
>
>
> Ich könnte mir dazu einige Lösungsansätze vorstellen:
>
> - Festlegung welche Daten überhaupt erfasst werden
> - Trennung zwischen GeoDaten und zusätzlichen Daten und Vorhaltung in
> getrennten Datenbanken.
> - effizientere Datenstrukturen
>
>
> Oder vielleicht doch den anderen Weg:
> [Ironie]
> - Öffnung von OSM in Richtung Weltwissensdatenbank, Zusammenschluss von
> OSM, Wikipedia, NSA und GCHQ um die zu erreichen. ;-(
> [/Ironie]
>
>
> Das waren jetzt meine Gedanken und Vorschläge. Vielleicht seht Ihr das
> ja anders und / oder habt andere Vorschläge.
>
>
> Dies lässt sich ja nicht bis morgen umsetzten, wir sollten uns jedoch
> schon Gedanken über die Zukunft von OSM machen. Wobei ich denke je eher
> damit begonnen wird desto besser.
>
>
>
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> Jörg
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Re: Zeitreise ins 4. Jahrhundert oder was?

Eckhart Wörner
In reply to this post by Chris66
Hallo Chris,

Am Montag, 16. Dezember 2013, 15:33:36 schrieb chris66:
> Bei Wikipedia gibt's das ja schon, es wird immer schwieriger
> für Anfänger was neues (in entsprechender Relevanzhöhe)
> einzutragen. Mit dem Ergebnis, dass es immer weniger
> Wikipedia-Autoren gibt.

Ja und? Seit wann definieren sich OpenStreetMap und Wikipedia über die Menge der Daten?
Wikipedia hat schon längst erkannt, dass Qualität viel wichtiger ist als Quantität, es wird Zeit, dass OSM auch zur Einsicht kommt.

> Solange die Tools/Kompressionstechniken/Speicherausstattung
> ähnlich schnell wachsen ist noch alles im grünen Bereich bei OSM.
>
> Beispiel Kartenerstellung: Für meine selbsterstellten
> Garminkarten benötigt es heute im wesentlichen den gleichen
> Zeitaufwand wie vor 3 Jahren, ganz einfach weil die Tools und
> meine Rechner besser geworden sind.

Sorry, aber das Wachstum der Rechnerleistung an *deinen* Rechnern festzumachen, ist kompletter Unfug.

Der Planet (als Maß für die Menge der Daten) ist in den letzten drei Jahren fast um den Faktor 7 gewachsen.
Im Vergleich dazu ist RAM gerade mal um den Faktor 2 gewachsen.

Abgesehen davon sollte man sich durchaus Gedanken darüber machen, wofür man um Spenden bittet.
(Persönlich bin ich z.B. nicht bereit, für OSM zu spenden, solange das Geld den Bordsteinkantenmappern zugute kommt.)

Eckhart

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Re: Zeitreise ins 4. Jahrhundert oder was?

Bernhard Weiskopf
> (Persönlich bin ich z.B. nicht bereit, für OSM zu spenden, solange das
> Geld den Bordsteinkantenmappern zugute kommt.)

Bordsteinkanten sind für gehbehinderte Nutzer aber schon sehr wichtig.

Bernhard


PS: Solange als Sprache nicht klingonisch verwendet wird, wie bei der
Deutschen Welle ...
http://klingon.dw-world.de/klingon/culture.php
Glücklicherweise bietet Microsoft Bing nicht nur Luftbilder, sondern auch
dafür den passenden Übersetzter:
http://www.bing.com/translator/?ref=SALL&br=ro&mkt=kl-DE



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Re: Zeitreise ins 4. Jahrhundert oder was?

Eckhart Wörner
Hallo Bernhard,

Am Montag, 16. Dezember 2013, 21:54:01 schrieb Bernhard Weiskopf:
> Bordsteinkanten sind für gehbehinderte Nutzer aber schon sehr wichtig.

Bordsteinkanten: ja – Karten von Bordsteinkanten: nein

Eckhart

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Re: Zeitreise ins 4. Jahrhundert oder was?

dieterdreist
In reply to this post by Eckhart Wörner
Am 16. Dezember 2013 19:54 schrieb Eckhart Wörner <[hidden email]>:

> Hallo Chris,
>
> Am Montag, 16. Dezember 2013, 15:33:36 schrieb chris66:
> > Bei Wikipedia gibt's das ja schon, es wird immer schwieriger
> > für Anfänger was neues (in entsprechender Relevanzhöhe)
> > einzutragen. Mit dem Ergebnis, dass es immer weniger
> > Wikipedia-Autoren gibt.
>
> Ja und? Seit wann definieren sich OpenStreetMap und Wikipedia über die
> Menge der Daten?
> Wikipedia hat schon längst erkannt, dass Qualität viel wichtiger ist als
> Quantität, es wird Zeit, dass OSM auch zur Einsicht kommt.
>
>

ich würde es nicht begrüßen wenn wir in OSM auch anfangen, die Mapper mit
Relevanzregeln zu vergraulen. Dann lieber die Importe komplett verbieten,
die haben nämlich große Mitschuld am quantitativen Datenwachstum (auch
durch zusätzliche tags wie source, Quelldatenset-ids und -klassen, etc.)




> (Persönlich bin ich z.B. nicht bereit, für OSM zu spenden, solange das
> Geld den Bordsteinkantenmappern zugute kommt.)
>


Für Bordsteinkanten gibt es gute Chancen, dass die selbst nach Einführung
von Relevanzkriterien gemappt werden "dürften". Sachen, die nicht direkt
mit Verkehr zusammenhängen, fielen da vermutlich früher raus.
Bordsteinkanten (insb. die Lage der abgesenkten) sind wichtig für viele
Fortbewegungsmittel, Fahrräder, Rollstühle, Kinderwägen, Rollatoren, ...
daneben sind die Bordsteine die Grenze zwischen Fahrbahn und Gehweg,
definieren also die Verkehrsflächen.

Gruß Martin
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Re: Zeitreise ins 4. Jahrhundert oder was?

Tirkon
In reply to this post by Jörg Frings-Fürst
Jörg Frings-Fürst <[hidden email]> wrote:

>Ist OSM jetzt so etwas wie Wikipedia?

Die einen kritisieren Wikipedia als Müllhalde, die anderen regen sich
über die dortigen Relevanzkriterien auf ... und bringen dann das Eine
oder das Andere hier als Negativbeispiel, dem OSM nicht nacheifern
solle.

Wenn tatsächlich negative Entwicklungen der Wikipedia dazu beitragen
können, uns vor solchen zu bewahren, könnte das hilfreich sein. Wenn
hier aber beliebig mal in die eine und mal in die andere Richtung
bezüglich Wikipedia argumentiert wird, hat das recht wenig Nährwert.

Von daher lass uns eine Relevanz Diskussion auf der Basis der OSM
Gegebenheiten diskutieren und nicht auf denen der Wikipedia. Eine
Datenbank lässt sich beispielsweise filtern, ein Wikipedia Artikel
nicht. Von daher sind das zwei ganz unterschiedliche Paar Schuhe.

Ein wichtiger Fall, der IMHO gegen eine Aufnahme von Daten sprechen
könnte, wäre eine Unübersichtlichkeit durch den Gebrauch komplizierter
Konstrukte, welche die breite Masse der Mapper, von denen wir immer
noch zu wenig haben, vom Anfassen und Maintainen abhalten könnte.


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Re: Zeitreise ins 4. Jahrhundert oder was?

aeonesa
In reply to this post by dieterdreist
Am 17.12.2013 00:55, schrieb Martin Koppenhoefer:
>
> ich würde es nicht begrüßen wenn wir in OSM auch anfangen, die Mapper mit
> Relevanzregeln zu vergraulen. Dann lieber die Importe komplett verbieten,
> die haben nämlich große Mitschuld am quantitativen Datenwachstum (auch
> durch zusätzliche tags wie source, Quelldatenset-ids und -klassen, etc.)
>
>
+1

Gruß

Volker


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Re: Zeitreise ins 4. Jahrhundert oder was?

Florian Lohoff-2
In reply to this post by dieterdreist
Hi,

On Tue, Dec 17, 2013 at 12:55:55AM +0100, Martin Koppenhoefer wrote:
> ich würde es nicht begrüßen wenn wir in OSM auch anfangen, die Mapper mit
> Relevanzregeln zu vergraulen. Dann lieber die Importe komplett verbieten,
> die haben nämlich große Mitschuld am quantitativen Datenwachstum (auch
> durch zusätzliche tags wie source, Quelldatenset-ids und -klassen, etc.)

Yep - soll jeder machen wie er will - Ich bin ein jedoch ein wenig
Ängstlich was die aktualität und die Pflege der Daten angeht.

Ich korrigiere gerade eine menge Gebiete in denen wir Bautätigkeit
haben. Oft sind ganze Kreisstraßen verschwunden, Bundesstraßen verlegt
etc - und nichts davon findet sich wieder.

Wenn man sich dann die Daten im Umkreis ansieht dann sind die letzten
Edits 2-3 Jahre alt.

Kein gutes Zeichen finde ich. Meistens ist das dann für mich das Zeichen

 "Hier kann ich einfach mal Rücksichtslos durchpflügen."

Oft hat man dann das Problem das da irgendwelche mapper noch landuses
uebereinandergestapelt haben, mit Straßen verbunden und auch
topologien von Straßen einfach kaputt sind.

Ohne radikales durchpflügen würde da auch nie wieder jemand freiwillig
was dran mappen.

Und wenn das schon bei "großen" dingen wie Kreis/Land/Bundesstraßen so
hinterherhinkt - wie sieht das dann bei dem access= tag auf meinem
kleinen Waldweg aus?

Wenn sich da das Schild ändert merken wir das in 10 Jahren nicht.

Ich will nicht sagen das wir das gar nicht hinkriegen - Aber
datenpflege und korrekturen werden eine Herkulesaufgabe für die
wir ganz andere Tools brauchen als die die uns heute zur Verfügung
stehen.

Flo
--
Florian Lohoff                                                 [hidden email]

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Re: Zeitreise ins 4. Jahrhundert oder was?

dieterdreist
Am 17. Dezember 2013 19:03 schrieb Florian Lohoff <[hidden email]>:

> Oft hat man dann das Problem das da irgendwelche mapper noch landuses
> uebereinandergestapelt haben, mit Straßen verbunden und auch
> topologien von Straßen einfach kaputt sind.
>



ja, diese Gegenden habe ich hier auch. Wenn man dann was hinzufügen oder
ändern will, muss man erstmal zig nodes von der Straße entkoppeln und
versuchen, seinen Weg durchs Stapelgestrüpp zu finden (oft sind
Multipolygone und gestapelte ways kombiniert weil die MPs nur für
abzuziehende Flächen verwendet wurden).

Das ist so umständlich und zeitaufwendig, dass ich um solche Ecken am
liebsten einen großen Bogen machen würde, wenn mir die Gegend nicht gerade
am Herzen läge ;-)

Ich wäre nach wie vor dafür, im Wiki die Empfehlung auszusprechen,
Straßen(centerlinien) nicht mit Landuse-Flächen zu verbinden, aber bei den
letzten Diskussionen zum Thema konnte man sich nicht einigen.

Gruß Martin
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Re: Zeitreise ins 4. Jahrhundert oder was?

Jens Dienst
In reply to this post by Jörg Frings-Fürst
Am Montag, den 16.12.2013, 14:40 +0100 schrieb Jörg Frings-Fürst:
> Genau der Gegensatz dazu war die kürzliche Diskussion über die Angabe
> ob
> zum Zeitpunkt x in einem POI laktosefreie Lebensmittel angeboten
> wurden.
> Diese Angaben wurden eingetragen.

Für nicht betroffene mag das ja irrelevant sein, für mich persönlich ist
das jetzt ein Grund ne Karte zu bauen um mir in Zukunft das nervige
Gesuche nach Läden die eben laktosefreie Lebensmittel anbieten zu
ersparen.

Mal so nebenbei diese Diskussion ist ja nun auch nicht grade neu oder
selten aber bisher ist mir noch nicht aufgefallen das mal jemand darauf
aufbauend einen Mitglieder/Mitmacherentscheid angeregt hätte (und ich
persönlich will das auch nicht erleben müssen) um das Thema evtl. mal
abschließend zu klären.

Grüße
Jens


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Re: Zeitreise ins 4. Jahrhundert oder was?

Wolfgang Hinsch
In reply to this post by dieterdreist
Am Dienstag, den 17.12.2013, 00:55 +0100 schrieb Martin Koppenhoefer:

> Am 16. Dezember 2013 19:54 schrieb Eckhart Wörner <[hidden email]>:
>
> > Hallo Chris,
> >
> > Am Montag, 16. Dezember 2013, 15:33:36 schrieb chris66:
> > > Bei Wikipedia gibt's das ja schon, es wird immer schwieriger
> > > für Anfänger was neues (in entsprechender Relevanzhöhe)
> > > einzutragen. Mit dem Ergebnis, dass es immer weniger
> > > Wikipedia-Autoren gibt.
> >
> > Ja und? Seit wann definieren sich OpenStreetMap und Wikipedia über die
> > Menge der Daten?
> > Wikipedia hat schon längst erkannt, dass Qualität viel wichtiger ist als
> > Quantität, es wird Zeit, dass OSM auch zur Einsicht kommt.

Wikipedia hat im Gegenteil entdeckt, dass der Autorenschwund so
dramatisch ist, dass dringend gegengesteuert wird. Deshalb werden u.a.
einfachere Editoren entwickelt.
<http://www.handelsblatt.com/technologie/it-tk/it-internet/neue-technologie-wikipedia-kaempft-gegen-autorenschwund/8555600.html>

Uns würde das noch viel härter treffen. Ein Autor in der
Engelbrechtschen Wildnis oder Lüneburger Heide ist locker durch einen
Autor aus München zu ersetzen. Bei Mappern funktioniert genau das nicht,
und unsere Daten veralten viel schneller.

> >
> >
>
> ich würde es nicht begrüßen wenn wir in OSM auch anfangen, die Mapper mit
> Relevanzregeln zu vergraulen.

+1

> Dann lieber die Importe komplett verbieten,
> die haben nämlich große Mitschuld am quantitativen Datenwachstum (auch
> durch zusätzliche tags wie source, Quelldatenset-ids und -klassen, etc.)

Nicht komplett, sondern nur dort, wo die Datendichte den Import nicht
sinnvoll erscheinen lässt.


>
> > (Persönlich bin ich z.B. nicht bereit, für OSM zu spenden, solange das
> > Geld den Bordsteinkantenmappern zugute kommt.)
> >
>
>
> Für Bordsteinkanten gibt es gute Chancen, dass die selbst nach Einführung
> von Relevanzkriterien gemappt werden "dürften". Sachen, die nicht direkt
> mit Verkehr zusammenhängen, fielen da vermutlich früher raus.
> Bordsteinkanten (insb. die Lage der abgesenkten) sind wichtig für viele
> Fortbewegungsmittel, Fahrräder, Rollstühle, Kinderwägen, Rollatoren, ...
> daneben sind die Bordsteine die Grenze zwischen Fahrbahn und Gehweg,
> definieren also die Verkehrsflächen.

+1

Mangelnde Toleranz scheint irgendwie eine deutsche Eigenschaft zu sein.
Immer muss etwas geregelt, vorgeschrieben oder verboten werden.

Gruß, Wolfgang



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Re: Zeitreise ins 4. Jahrhundert oder was?

Florian Lohoff-2
In reply to this post by dieterdreist
On Tue, Dec 17, 2013 at 07:11:33PM +0100, Martin Koppenhoefer wrote:
> ja, diese Gegenden habe ich hier auch. Wenn man dann was hinzufügen oder
> ändern will, muss man erstmal zig nodes von der Straße entkoppeln und
> versuchen, seinen Weg durchs Stapelgestrüpp zu finden (oft sind
> Multipolygone und gestapelte ways kombiniert weil die MPs nur für
> abzuziehende Flächen verwendet wurden).

Ich habe 2 lösungen - Wenn das zu gross ist - Weg parallel zur Straße
ziehen und hinten und vorne an den landuse anschliessen.

Landuse splitten den beiden neuen nodes - und den way auf der straße
löschen.

Das geht relativ schnell. Bei kleineren sachen - ENTF end neu machen.

Ich sage ja - Radikales durchpflügen - Ich sehe das auch nicht ein für
die erhaltung einer Historie jedem mapper seine einzelnodes
hinterherzutragen.

> Ich wäre nach wie vor dafür, im Wiki die Empfehlung auszusprechen,
> Straßen(centerlinien) nicht mit Landuse-Flächen zu verbinden, aber bei den
> letzten Diskussionen zum Thema konnte man sich nicht einigen.

"Konsenz" im Sinne von Einstimmig wird man da nicht erreichen. Mit jedem
mit dem ich Spreche ist aber der meinung das das "Bad style" ist. Davon
sind einige die ursprünglich so gemapped haben das aber aufgrund der
Pflege eingestellt haben. Irgendwann merkt jeder das das eine ganz doofe
idee ist.

Flo
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Florian Lohoff                                                 [hidden email]

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Re: Zeitreise ins 4. Jahrhundert oder was?

Markus-2
In reply to this post by dieterdreist
Hallo Martin,

> Ich wäre nach wie vor dafür, im Wiki die Empfehlung auszusprechen,
> Straßen(centerlinien) nicht mit Landuse-Flächen zu verbinden.

+1

Gruss, Markus


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Re: Zeitreise ins 4. Jahrhundert oder was?

Tirkon
In reply to this post by Florian Lohoff-2
Florian Lohoff <[hidden email]> wrote:

>> Ich wäre nach wie vor dafür, im Wiki die Empfehlung auszusprechen,
>> Straßen(centerlinien) nicht mit Landuse-Flächen zu verbinden, aber bei den
>> letzten Diskussionen zum Thema konnte man sich nicht einigen.
>
>"Konsenz" im Sinne von Einstimmig wird man da nicht erreichen. Mit jedem
>mit dem ich Spreche ist aber der meinung das das "Bad style" ist. Davon
>sind einige die ursprünglich so gemapped haben das aber aufgrund der
>Pflege eingestellt haben. Irgendwann merkt jeder das das eine ganz doofe
>idee ist.

Dies kann unter Anderem aucb dazu führen, dass an höhenfreien
Kreuzungen nicht existente "Abfahrten" an Autobahnen und Trunks
entstehen. Ich hatte von daher auch schon solche Konstrukte
auseinander zu puzzeln. Für den weniger erfahrenen Maintainer ist das
abschreckend.


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